Bald alles online?
Geschrieben von: Walter Stodden Freitag, den 15. Januar 2010 um 08:50 Uhr
Innerhalb der letzten Jahre wurden von Anbietern großer Onlinedienste wie Google, Jahoo, aber auch von großen Softwarehäusern Onlineprogramme, sog. Webapplikationen, ins Netz gestellt.
Es handelt sich dabei um Programme oder Dienste, die für den User hochinteressante Funktionen bieten. Allen gemeinsam ist, dass sich die Funktionen nur bei bestehender Internetverbindung aufrufen lassen.
Waren es bis vor kurzem hauptsächlich sogenante Killerapplikationen wie Google Earth, die einen vor dem Bildschirm staunen ließen, werden zunehmend Alltagsapplikationen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Kalender ins Netz gestellt.
Der Vorteil: Die Software muss nicht mehr auf dem Rechner installiert werden, sondern läuft komplett im Internet und ist - meistens - kostenlos.
Da selbst Microsoft seine Office-Suite mittlerweile in einer Online-Version anbietet, kann man hier ganz klar von einem Trend sprechen:
In naher Zukunft wird es zunehmend Computer geben, die außer einer Internetverbindung nicht mehr viel benötigen - die Software wird online zur Verfügung gestellt.
Kostenlos wird diese Form der Softwarevermarktung dann aber sicherlich nicht mehr sein.
Was sich zunächst als großer Vorteil darstellt - Software muss nicht mehr gekauft, installiert und upgedatet werden - stellt sich aus datenschutzrechtlicher Sicht als Desaster heraus, denn der Softwareanbieter erhält nicht nur Daten über die Arbeitsgewohnheiten des Benutzers, sondern er hat letztlich Zugriff auf alle Daten, die der User über die Online-Software bearbeitet. Denn auch die Daten, die über Webservices entstehen, werden in der Regel online beim Diensteanbieter gespeichert.
Doch trotz dieser Bedenken wird sich diese Entwicklung sicherlich nicht aufhalten lassen, denn schon jetzt haben wir uns mit dem laxen Umgang mit unseren Daten durch Unternehmen weitestgehend arrangiert.
Dass das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie regelmäßig vor der Nutzung bestimmer, weil unsicherer Datendienste und Webapplikationen warnt, zeigt das Problem, erreicht die Allgemeinheit aber leider kaum.
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