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Am 12.05.2009 konnten sich interessierte Mitglieder des Wirtschaftsforum ausführlich über das in den Startlöchern befindliche Regiogeld informieren.
Frau Simone Brietzke, aktiv tätig in der Umsetzung der Lokalen Agenda 21 im Kreis Neuwied, eröffnete Ihren Vortrag mit einem historischen Abriss über die Entstehung von Geld und stellte heraus, dass sich heutige Währungen kaum mehr an realen Werten orientieren und dies u.a. mit ein Grund heutiger Wirtschafts- und Währungskrisen sei.
Aber vieles könne Geld sein und was Geld ist, sei letztlich eine Verabredungs- und Vertrauensfrage.
Durch Regiowährungen lasse sich eine alternative Basis formen, in der aufgrund von tatsächlich erbrachten Leistungen Werte entstehen (sog. Leistungsdeckung).
Denn im Gegensatz zum Euro können hier die Bedingungen der Geldentstehung und -verbreitung so bestimmt werden, dass der maximale Nutzen für Menschen und Region erzielt wird. So kann neue Kaufkraft geschaffen und gleichzeitig verhindert werden, dass diese über große Einzelhandelsketten aus einer Region abfließt.
Letzteres führe zu einer Unterstützung regionaler klein- und mittelständischer Unternehmen , so die Vortragende. Es folgte eine kurze Vorstellung bereits existierender erfolgreichen Regiowährungen wie z.B. der „Chiemgauer“ oder auch WIR in der Schweiz mit 60.000 Teilnehmern.
Der „Mittelrhein-Taler“, so die Bezeichnung der neuen Regiowährung, soll sich als Parallel-Währung neben dem Euro von Linz bis Koblenz und von Andernach bis in den Westerwald entwickeln. Da der Mittelrhein-Taler nur bei angeschlossenen Mitgliedern aus der Region ausgegeben werden kann, bleibt die Kaufkraft in der Region und Kundenbindung wird gefördert. Der Mittelrhein-Taler sei aber weit mehr als eine Zweitwährung zum Nutzen der Gewerbetreibenden.
Denn eng mit ihm verbunden wäre der bereits seit drei Jahren bestehende Tauschring Talente-Ring Rhein-Westerwald, in dem überwiegend private Hilfen ausgetauscht werden. Besonders wichtig sei aber, dass neben gewerblichen und privaten Angeboten Leistungen noch in einem dritter Bereich erbracht werden können.
Denn der Regiogeldverbund dient auch dazu, gemeinnützige Aufgaben zu finanzieren. So wird Engagement im ökologischen oder sozialen Bereich bereits über die interne Währung honoriert. Der Mittelrhein-Taler enthalte also mehr als nur einen Geldwert, der sich in EURO umrechnen ließe. Vielmehr stelle er eine Währung mit großem ideellem Gewinn dar.
Alle diese Formen des Austausches würden über ein kontenbasiertes System bereits jetzt genutzt. Zum vereinfachten Bezahlen im Geschäft werde nun aber auch die Scheinwährung „Mittelrhein-Taler“ eingeführt.
Die Mittel für die Gemeinnützigkeitshonorierung und für den Verwaltungsaufwand würden aus einer geringen Gebühr bestritten. Nun käme es nur noch darauf an, viel mehr Mitwirkende zu gewinnen, damit die Regiowährung „rund“ läuft.
Abschließend beantwortete Frau Brietzke rechtliche Fragen(„Muss Regiogfeld versteuert werden?“) und erläuterte die praktische Handhabung, die in vielen anderen Regionen Deutschlands bereits erprobt ist.
Alle Anwesenden fanden das Thema Regiowährung sehr spannend und in einer angeregten Diskussion wurden viele offene Fragen und Meinungen zum Thema diskutiert. Wer mehr über das Regiogeld wissen möchte, findet auf der Homepage des Talente-Rings www.talente-ring.de und unter www.regiogeld.de viele Informationen zum Thema.
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